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Das Erbe von Johann Gottfried Tulla

Johann Gottfried Tulla begann 1817 als Oberingenieur im Dienst des Markgrafen von Baden mit einem gewaltigen Projekt zur Regulierung des Rheins. Sein Plan war, dem Fluss alle Schlingen zu kappen und ihn in ein einheitliches Bett von maximal 250 Metern Breite zu zwingen. Nach seinem Tod im Jahr 1828 wurde das Projekt erst 1876 abgeschlossen, und es blieben nur noch 273 Kilometer von der ursprünglichen Teilstrecke von 354 Kilometern übrig.

Tulla wurde am 20. März 1770 in Karlsruhe als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Nach dem Besuch der höheren Schule wurde er Landvermesser und trat 1797 in die Dienste des Markgrafen von Baden. Dort machte er als Ingenieur und Offizier Karriere und wurde schließlich Chef des „Badischen Wasser- und Straßenbaus“. Im Jahr 1807 gründete Tulla die erste deutsche Ingenieurschule in Karlsruhe, aus der 1825 die Universität hervorging.

Tulla hatte bereits 1809 einen ersten Plan zur Korrektur des Rheins vorgelegt. Seine Grundidee war, den Oberrhein zu kanalisieren und zu vertiefen. Er wollte den verzweigten und verschlungenen Fluss in ein einziges, schnurgerades Bett zwingen.

Sein Glaubenssatz war unmissverständlich: „In zivilisierten Ländern sollten Flüsse und Bäche in Kanäle umgewandelt werden und die Bewohner sollten für die Gewässer verantwortlich sein.“ Tulla plante die Rheinbegradigung, um die Gefahr von Hochwassern zu reduzieren, das Land entlang des Flusses zu entwässern und zu kultivieren, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern und die Schifffahrt zu erleichtern.

Allerdings stieß Tullas Vorhaben bei den Bauern und Fischern entlang des Flusses auf erbitterten Widerstand. Sie befürchteten die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des Eingriffs in die Natur. Trotz des Widerstandes wurden Tullas Pläne ab 1817 teilweise mit Gewalt umgesetzt. Nach sieben Jahren, als das begradigte Gebiet bei einem Hochwasser von Überschwemmungen verschont blieb, gewann Tulla mehr Unterstützung und die Arbeiten wurden beschleunigt.

Als die Rhein-Korrektur im Jahr 1876 abgeschlossen wurde, hatte sich die Länge des Flusses um 81 Kilometer verringert. Die Hochwassergefahr am Oberrhein war stark reduziert und Schiffe mussten nicht mehr mit Tieren gezogen werden. Allerdings hatte der massive Eingriff in die Natur auch unerwünschte Folgen: Die Auenlandschaft verödete und das Hochwasser-Problem verlagerte sich an den unteren Teil des Rheins.

Tulla selbst erlebte die Fertigstellung der Rhein-Regulierung nicht mehr, da er am 27. März 1828 nach langer Krankheit starb und auf dem Friedhof am Montmartre in Paris beigesetzt wurde.

Johann Gottfried Tulla war ein herausragender Ingenieur und Visionär seiner Zeit, der nicht nur den Rhein regulierte, sondern auch die erste deutsche Ingenieurschule gründete und den Weg für die Entstehung einer Universität ebnete. Sein Vermächtnis wird noch heute von Ingenieuren und Wissenschaftlern weltweit geschätzt und bewundert.

In Breisach am Rhein thront auf der Nordseite des Münsterberges der Tullaturm, der im Jahre 1874 auf dem einstigen Areal des Breisacher Schlosses und der mittelalterlichen Burganlage der Herzöge von Zähringen errichtet wurde. Als typisches Beispiel für die badischen Städte und Gemeinden entlang des Rheins dient der Turm als Denkmal für Johann Gottfried Tulla, Jährlich finden vor dem Tullaturm die Breisacher Festspiele im Sommer statt, die das reiche kulturelle Erbe der Region zelebrieren.

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